20.07.2021Klimawende

Die CO2-neutrale Industriegesellschaft – Sieben Thesen für eine Energiewende mit Kernenergie

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Die Situation  

Seit dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird erneut um die Ziele und Instrumente der deutschen Energiepolitik gestritten. Was auffällt, ist die Konzeptlosigkeit in diesem Streit. Die meistgehörte Forderung ist: Mehr vom Selben. Mehr Photovoltaik auf die deutschen Dächer und mehr Windparks in die deutschen Landschaften. Schon bei der Beantwortung der Frage nach der Deckung der immensen Strombedarfe für eine CO2-neutrale deutsche Gesellschaft, welche nicht nur die Mobilität, sondern auch den Wärmemarkt und die Industrie dekarbonisieren soll, ist man sich uneins: während die einen für gigantische Erneuerbare-Energien-Überkapazitäten plädieren, machen die anderen Versprechungen auf eine lichte Zukunft mit Wasserstoffwirtschaft und Grüngas. Gemeinsam ist beiden Ansätzen die Behauptung, technisch sei das alles möglich, es fehle nur der politische Wille.

Doch in Wirklichkeit braucht es mehr als Voluntarismus, um eine Industriegesellschaft zu dekarbonisieren. Die deutsche Energiewende geht einen denkbar umständlichen und langsamen Weg. Deutschland, das um 2000 noch ein Drittel seines Stroms mit Kernenergie erzeugte, hat mit seinem Atomausstieg zu großen Teilen wieder eingerissen, was es mit dem Ausbau der Erneuerbaren an klimafreundlicher Stromerzeugung aufbaute. Unter anderem aus diesem Grunde erreicht es seine Klimaziele nicht. Statt zuerst die Kernenergie zu verabschieden, hätten wir zuerst aus der Kohleverstromung aussteigen müssen, die uns nun bis 2038 erhalten bleibt.

Da die Energiewende  vor allem auf tageszeit- und wetterabhängigen Erzeugern aufbaut, ergibt sich mit einem steigenden Anteil an Erneuerbaren im Netz immer auch ein Backup-Problem. Gibt es keine Kurzzeit (Batterie-) Speicher sowie Langzeitspeicher zum Wandeln und Aufbewahren von Ökostrom-Überschüssen für trübe Flautezeiten, die gern einmal zehn Tage dauern können, muss ein konventioneller Schattenkraftwerkspark die Absicherung übernehmen. Das ist derzeit der Fall: größtenteils besteht die Absicherung Erneuerbaren Energien (EE) aus Kohle-, Gas- und Kernkraft. Auf deren breiten Rücken feiern die deutschen EE ihre aktuellen Triumphe.

Doch weder Kohle und Kernkraft will man weiter nutzen, weswegen die Speicherfrage zur Schicksals- und Kostenfrage der Energiewende wird. Derzeit sieht alles danach aus, als ob das klimaschädliche Erdgas der lachende Dritte sei, der aus dem Streit zwischen neuem und alten Strom hervorginge. Die Versorgungssicherheit wird so gegen das Klimaziel ausgespielt. Denn Experten sind sich einig, dass Power-to-Gas-Technologie auf der Grundlage „grünen“ Wasserstoffs eigentlich erst konkurrenzfähig gegenüber Gazprom-Erdgas wäre, wenn der CO2-Preis bei 180 Euro pro Tonne läge. Zum Vergleich: derzeit gilt ein CO2-Preis von 50 Euro pro Tonne,  60 Euro gelten als ehrgeiziges Ziel der Grünen, die Klimabewegung forderte einen Einstieg bei 80 Euro.

Die EE-Industrie überlässt derweil die  Antwort auf die Frage, wo der von ihr bevorzugte Overbuild zu stehen kommen soll, der Politik. Doch die trifft zunehmend auf Widerstände, welche den Ausbau verzögern werden. Während man die Befürchtungen der Bürger um Infraschall-Schädigungen durch Windkraftanlagen als wissenschaftlich unbegründet verwerfen kann, gibt es  bei den Erneuerbaren auch ernstzunehmende Zielkonflikte mit anderen Schutzzielen. Im Falle der Windkraft und der Biomasse, aber auch der Wasserkraft sind das vor allem Landschaftsschutz und Biodiversität. Doch auch ihr schierer Material- und Rohstoffbedarf lässt die extensiven Erneuerbaren, die Versorgungsprobleme vor allem mit Tonnage lösen, nicht nachhaltig erscheinen. Überdies bleibt offen, was man tut, wenn die Bürger – hier oft eben nicht rational, sondern eigenwillig agierend – nicht jedes verfügbare Stück Landschaft und jedes Dach für die EE hergeben mögen. Soll man wie einst die Polizei schicken, oder werden sich partizipative und sozial gerechte Lösungen finden lassen?

Die Politik bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, ob die bisherige Strategie denn eine schnellere Dekarbonisierung verspreche als die Pfade anderer Länder wie Frankreich, die einfach auf einem breiten Kernenergiesockel Erneuerbare Energien aufsetzen.  Keiner scheint so richtig zu vergegenwärtigen, dass die Dekarbonisierung eines Industrielandes solch ungeheuere Mengen an Strom benötigt, dass diese sehr wahrscheinlich nicht nur von Niedrigenergie-Erntemaschinen bereitgestellt werden können. Für ein einziges Elektrostahlwerk mit Wasserstoffreduktion wird die Jahresproduktion dreier großer Kernkraftwerke benötigt, die deutsche Chemieindustrie allein meldet einen Strombedarf an, der den heutigen Gesamtstromverbrauch des Landes übersteigt. Indessen erscheint den Deutschen keine Niedrigenergie-Idee, ob Speicherkugeln im Bodensee oder Photovoltaik-Fahrradwege,  zu absurd, um sie nicht zumindest auszuprobieren.

Nur einen Elefanten im Raum mag man nicht diskutieren: das ist der deutsche Atomausstieg. Dieser wird uns demnächst um 12% unserer heutigen Stromerzeugung bringen – und zwar ausgerechnet jene Stromerzeugung, welche CO2-arme und gesicherte Leistung bereitstellt.  Eigentlich würde sie dringend benötigt, um die Braunkohle schneller loszuwerden und das Verdikt der Verfassungsrichter zu erfüllen.

Sozialdemokraten geben in dieser Szene kein gutes Bild ab. Obwohl sie in der Großen Koalition bis zur Schwindsucht ergrünen, stellen sich bessere Umfrage- und Wahlergebnisse nicht ein. Was ebenfalls fehlt, ist eine Analyse der Ursachen. Umsteuern würde bedeuten, dass man Wege erarbeitet, den Widerspruch zwischen Klimaziel und real existierender Energiewende auch anders aufzulösen als mit den oben beschriebenen Mitteln. Was die SPD liefern müsste, wäre eine konsequente und Tabus brechende Klimastrategie, welche an zwei Stellen ansetzt: erstens an der sozialen Seite der Energiewende und zweitens an ihrer technischen Seite. Zur sozialen Seite gehört die Beendung der Energie-Enteignung breiter Bevölkerungskreise zugunsten einer schmalen Schicht von Energiewendeprofiteuren, zur technischen Seite gehört eine konsequente, diskriminierungs- und tabufreie Evaluierung aller technischen Mittel, die uns im Klimanotstand zur Verfügung stehen – und eine Selbstbefragung, wie schnell sie uns zur Verfügung stehen.

These 1: Die Energiewende braucht eine Umverteilung von oben nach unten

Kein führendes Industrieland der Welt steigt gleichzeitig aus Atom- und Fossilwirtschaft aus, und Deutschland wird das voraussichtlich auch nicht gelingen. Klimaziele müssen erreicht werden, aber nicht um den Preis der Deindustrialisierung und der Strommangelwirtschaft; Menschen müssen auf neue Strategien und Technologien vorbereitet werden, aber nicht auf eine von oben dekretierte Lebensreform, die darauf abzielt, die Menschen an die Bedürfnisse der Stromproduktion anzupassen statt die Stromproduktion an die Menschen. Am Ende haben wir womöglich das Klimaziel erreicht, aber die Bürgerrechte ausgehöhlt und die Umverteilung von unten nach oben noch beschleunigt.

Denn Stand heute ist die Energiewende, insbesondere ihr zentrales Instrument EEG-Umlage, genau das: eine Umverteilung in die Hände der Besitzenden, bezahlt mit den Stromrechnungen, demnächst auch Steuergeldern der Allgemeinheit und verbrämt mit einer Interessengegensätze leugnenden Gemeinschaftswerks-Rhetorik, die alle Energiewende-Basistexte durchzieht. Nicht Arbeiter, kleine Angestellte, das wachsende Prekariat, Mieter und Alleinerziehende, die eigentliche und erträumte SPD-Klientel also, profitieren von der Energiewende. Es sind Großinvestoren, die nach risikoarmer Rendite für das im Überfluss vorhandene billige Geld suchen, das die Zentralbanken in der Corona-Krise in die Märkte pumpen. Und es ist das deutsche Besitzbürgertum, das genügend Geld übrig hat, um seinen Immobilienbesitz – wiederum unter Nutzung von Fördergeldern –  energetisch upzugraden, sich ein Elektroauto anzuschaffen oder sich in einem Windpark einzukaufen. Die deutsche Energiewende basiert nicht auf  Bürgerenergie, sondern auf Bourgeoisie-Energie. Fridays for Future ist ein Spiegel dieses technosozialen Systems: die Bewegung besteht fast nur aus Gymnasiasten und Studierenden aus Mittel- und Oberschicht.

Wie könnte also eine sozial gerechter energetischer Umbau der Industriegesellschaft aussehen? Der Soziologe Sighard Neckel schrieb, dass nicht der moralisierende Wettbewerb der Lebensstile, die Flug- und Fleisch-Scham diese Frage entscheiden wird, sondern die Ordnungspolitik. Auf die Energiepolitik bezogen bedeutet dies: Sie sollte die Stromerzeugung dem Citoyen geben und nicht dem Bourgeois. Der Staat sollte sich auf die Garantie der Versorgungssicherheit konzentrieren und die dafür benötigte Energiewirtschaft mittelfristig in die öffentliche Hand überführen. Mieter-Photovoltaik sollte massiv vorangebracht werden, Hausbesitzer viel stärker als bislang auf Fernwärme und EE-Nutzung verpflichtet werden als das bislang der Fall ist. Das wird wahrscheinlich nur durch ein rasches Verbot individueller Öl- und Gasheizungen zu erreichen sein. Windparks sollten als öffentliche Projekte in der Regie von Kommunen und Landkreisen errichtet werden, die gleichzeitig die besten Experten für lokale Planungsangelegenheiten sind.

These 2: Kernkraft muss enttabuisiert werden  

CO2-arme Kapazitäten müssen also aufgebaut werden, und EE spielen eine tragende Rolle dabei. Doch besonders vielversprechend erschient ein Weg, der in Deutschland tabuisiert wird – der komplementäre Einsatz von EE und Kernenergie. So beschreibt ihn der neueste Energiebericht der IEA, aber auch in vielen anderen Studien wird er skizziert. Die Dekarbonisierung wird demnach weltweit größtenteils mit EE zu bewerkstelligen sein, die aber auch einem stabilen Sockel an Kernenergienutzung aufsatteln müssen, weltweit 10%. Da nur eine Minderheit von Staaten Kernenergie nutzt oder dies beabsichtigt, ergibt dieser Durchschnittswert für sie höhere Anteile zwischen 10 und 50%. Für jene Industriestaaten des globalen Nordens, die derzeit Kernenergie nutzen, heißt das: sie sollten ihre Anlagen erhalten, statt sie abzureißen.

Kernenergie hat laut Weltklimarat IPCC dieselbe CO2-Bilanz wie die Windkraft, 12 g CO2-Äquivalent Median pro Kilowattstunde. Sie kann also mit Fug und Recht als Klimaschutztechnologie bezeichnet werden und wird vom IPCC auch so behandelt. Die vielversprechendsten Szenarien des IPCC zur Verlangsamung der Erderwärmung (1,5- bis 2-Grad-Ziel) schließen Kernenergie, Carbon Capture & Storage sowie CO2-Senken in Wiederaufforstungsprogrammen ein. Kernkraftwerke sind hoch zuverlässig: Die deutschen Anlagen führen auch bei der Verfügbarkeit mit Lastfaktoren zwischen 80 und 95% die Weltstatistiken an. Zum Vergleich: die deutsche Windkraft liegt bei durchschnittlich 30%, die Photovoltaik bei rund 10%, d.h. nur diesen Anteil an Jahresstunden laufen die Anlagen auf ihrer Nennleistung.

Weltweit hat die Kernenergienutzung rund 1,84 Millionen Luftverschmutzungs-Tote verhindert und 64 Gigatonnen CO2-Äquivalent an Treibhausgasen eingespart. Wenn 2022 das letzte unserer jetzt noch laufenden KKW vom Netz geht, wird das nur zu hohen Klimakosten zu haben sein: Wir werden so um ein Einsparpotenzial von gut 10% unseres CO2-Gesamtausstoßes gebracht. Würden wir die Anlagen behalten, wäre das die größte Einzeleinsparung der gesamten Energiewende – einfach nur duch Nicht-Antasten von Anlagen, die wir bereits haben. Der Klimaeffekt dieser Einsparung, für die wir nichts bauen müssen, wäre rund 30x so groß wie der eines Tempolimits 120 km/h, das viele für eine prima Klimaschutzidee halten. Damit will ich nicht sagen, dass wir auf das Tempolimit verzichten sollten. Im Gegenteil, wir sollten das eine tun, aber das andere nicht lassen.

Unsere 6 letzten Kernkraftwerke sind schnell abgeschaltet, aber kaum ein Politiker rechnet ihre Stromproduktion wirklich einmal in Windparks um und malt sich aus, wo diese Anlagen – wir sprechen von 230 Meter hohen WKA-Giganten, die im Abstand von einem Kilometer zueinander errichtet werden müssen, um die beste Windausbeute zu erreichen – eigentlich stehen sollen. Wer die Jahresstromproduktion von Isar-2 in Windkraft erhalten will, muss einen Windpark von der Fläche Münchens errichten. Was wir in den nächsten rund 500 Tagen verlieren werden, ist das Äquivalent der gesamten deutschen Photovoltaik oder von 15.000 Windrädern, der Hälfte aller je installierten Anlagen.Wir könnten den Strom aus Kernkraftwerken also wirklich brauchen. Bereits die heute in Deutschland operierenden Kernkraftwerke sind (entgegen weit verbreiteter Vorurteile) lastfolgefähig, gleichen also schon heute EE-bedingte Schwankungen des Netzes aus. Auch in einem von EE geprägten Netz könnten sie übrigens Vollast fahren und neben dem Landesnetz einen Elektrolysepark zur Wasserstoffgewinnung versorgen.

Das sind Fakten, die Sozialdemokraten interessieren sollten. Im Ausland ist das längst der Fall: sowohl die US Democrats als auch Teile der skandinavischen Linken, Labour in Großbritannien, sogar die Grünen in Finnland denken genau so.

These 3: Atomkraft ist eine von vielen Zukunftstechnologien

Viele Deutsche, die nicht den Stab über der Kernenergie brechen wollen, aber auch die große Konfrontation über den heutigen Atomausstieg scheuen, ziehen sich auf eine Argumentation des geringsten Widerstandes zurück: die bestehenden Anlagen seien nun mal alt und rückständig, am Atomausstieg sei nichts mehr zu machen, aber neuen Reaktorkonzepten oder der Kernfusion sähe man mit Interesse entgegen. Tatsächlich verfolgen sowohl Staaten wie Russland als auch Unternehmen, insbesondere in Nordamerika, recht vielversprechende Reaktorkonzepte der sogenannten Generation 4.

Diese sollen anders als herkömmliche KKW durch inhärente Sicherheitsfeatures Bau- und Genehmigungsaufwand  und damit auch Kosten senken, das Atommüllaufkommen verringern, aber auch proliferationssicher sein. Tatsächlich gibt es einige schon recht weit gediehene Konzepte, die einige dieser Probleme addressieren. Kleinere Reaktorkerne, deren Wärmeabfuhr ausschließlich über Naturumlauf, d.h. ohne aktive Komponenten zu bewerkstelligen ist, erfordern auch weniger teure „engineered safeguards“, d.h. drumherum konzipierte Sicherheitsvorkehrungen. Flüssigsalzreaktoren versprechen eine ganz andere Brennstoffausbeute als heutige KKW, Schnelle bleigekühlte Reaktoren versprechen eine Verwertung von Plutonium und problematischen minoren Actinoiden, die den Atommüll aus herkömmlichen Reaktoren so schwer handhabbar und langlebig machen. Doch haben alle diese Konzepte einen Mangel: sie sind ausgeprägte Zukunftstechnologien. Das bedeutet, sie teilen das Schicksal der hierzulande so hochgelobten Wasserstofftechnik: ihre technische Realisierbarkeit steht längst fest, Pilotanlagen werden geplant und gebaut, aber sowohl ihre Kostendegression als auch ihr großtechnischer Durchbruch wird voraussichtlich noch ein bis zwei Jahrzehnte auf sich warten lassen.

Die vielbeschworenen „Small Modular Reactors“  stehen also für eine akute, pragmatische Klima(notstands-)strategie, wie sie heutige Entscheider interessieren muss, noch nicht zur Verfügung, und sie werfen auch einige kritische Fragen auf – etwa, ob ein viele kleine Reaktormodule, die den immensen Strombedarf decken sollen, denn wirklich günstiger zu haben seien als ein Großkraftwerk mit demselben Output. Wenn man also der Kernenergie eine Rolle bei der Dekarbonisierung von Industriegesellschaften zuweist, dann wird man nolens volens mit Anlagen der bereits laufenden Generation 3 und ihren hoch versicherheitlichten Weiterentwicklungen zu tun haben: Nuclear without the hot air sozusagen.

Hier handelt es sich um Kernkraftwerke großer Leistungsklassen, die allerdings die Kernschmelze als Auslegungsstörfall beherrschen und mit passiven Notkühleinrichtungen auch einen siebentägigen Stromausfall überstehen. Bereits gebaute Anlagen wie der EPR oder der russische VVER-1200 gehören zu diesen Entwicklungen. In solchen Anlagen kann man davon ausgehen, dass Auswirkungen selbst eines schweren Unfalls auf das Anlagengelände beschränkt bleiben. Ihr Nachteil ist, dass sie nichts zur Verringerung des Atommüllaufkommens beitragen und zumindest in westlichen Demokratien, lange Bauzeiten aufweisen. Letzteres hängt vor allem mit mangelnder Serialisierung und Vereinheitlichung von Reaktortypen und Genehmigungsverfahren zusammen. Russische oder südkoreanische, demnächst wohl auch chinesische Anbieter schaffen es weit besser, solche AKWs von der Stange zu bauen.  Unterm Strich ist also zu sagen: diese Lösung ist fern von Perfektion, aber ziemlich effizient für die Mittel- und Langfristperspektive der Dekarbonisierung.

These 4: Laufzeitverlängerung ist kein Spleen

Die derzeit in vielen Kernenergiestaaten betriebene Strategie ist jedoch weder SMR-Bau noch Neubau von traditionellen Großanlagen, sondern die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen. Es gibt interessanterweise auch in Deutschland mehr Anhänger eines Weiterbetriebs der deutschen Anlagen aus Klimaschutzgründen als Kritiker des Atomausstiegs als solchem, wie eine Allensbach-Umfrage vom Juni dieses Jahres zeigte. Diese Gruppe, die den Kohleausstieg vorziehen und den Atomausstieg nachordnen will, bildet eine signifikante Mehrheit. Theoretisch gäbe es auch im Bundestag für eine radikal-rationale Klimaschutzmaßnahme unter Einschluss der Kernnergie genug Verbündete im konservativen und liberalen Lager, dieses Klimaschutzprojekt zu verwirklichen: Wer acht KKW binnen 3 Tagen unter einem vorgespiegelten Notstand vom Netz nehmen kann wie die Regierung Merkel im Fukushima-März 2011, der kann auch unter einem echten Klimanotstand – gegen den sich die Grünen kaum aussprechen können – sechs Anlagen retten, die wir dringend bräuchten.

Dazu bräuchte man, wie schon im Frühjahr und Frühsommer 2011, eine Atomrechtsänderung und eine Weisung an die Betreiber. Zwei Einwände werden häufig vorgebracht, um diese Idee ins Reich des Wahnsinns zu verweisen: eine solche Initiative wäre politischer Selbstmord für die Beteiligten, denn die Grünen-Wähler würden vor der Wahl mobilisiert. Ich halte dagegen: eine solche Initiative würde die Grünen und ihren außerparlamentarischen Arm FFF erstmals wirklich in Erklärungsnot bringen, denn wer bei jeder Gelegenheit betont, es müsse „alles fürs Klima“ getan werden, sollte schon eine gute Antwort parat haben, warum ausgerechnet ein CO2-Einsparpotenzial dieses Kalibers nicht erwünscht ist. Der Ausbauschub für EE sollte und kann mit dieser Initiative verkoppelt werden.

Zweitens wird häufig behauptet, die AKW-Betreiber seien „genervt“ von den aufkommenden Forderungen, die AKWs doch noch zu behalten, und nicht mehr bereit und in der Lage, diesen Schritt mitzugehen; zudem sei der Ausstieg jüngst auch noch durch eine Entschädidungseinigung zementiert worden, der die Steuerzahler nochmal 2,4 Milliarden Euro kosten wird. Diese resignative Haltung ist angesichts der Kehrtwenden des letzten Jahrzehnts verständlich; auch sehen wir die Abwanderung von know-how und Personal aus einer zum Tode verurteilten Branche. Das aber enthebt aber Wissenschaft und Politik, die wahrheits- und gemeinwohlgebundene Aussagen machen müssen, nicht der Pflicht, auf einmal erkannte Fehlsteuerungen hinzuweisen und diese zu korrigieren, solange das noch geht.

Und das geht tatsächlich, solang noch keine Systeme zersägt sind. Nachbetriebs- und Rückbaupläne nach hinten zu verschieben und stattdessen noch einmal in die Ertüchtigungen der Anlagen zu investieren, welche 2010 ohnehin vorgesehen waren, ist für die Betreiber zweifelsohne unbequem. Doch weit unangenehmer wäre für alle Beteiligten das Ende der deutschen Kernenergie, ohne Ersatz für sie zu haben. Für die Betreiber könnte ein Weiterbetrieb attraktiv sein, weil unter einer drastischen CO2-Bepreisung und bei den erwartbaren hohen Gewinnaussichten für Regelenergie Kernkraftwerke auf jeden Fall (wie auch heute) profitabel wären. Planungssicherheit auf 20 Jahre müsste nicht allein durch das Atomgesetz, sondern auch in einem Staatsvertrag garantiert werden, in dem bei Nichteinhaltung hohe Vertragsstrafen fällig werden. Doch würden sich die Deutschen aber langfristig wieder für Kernenergie entscheiden, egal in welcher Form, würde ich immer für Kernenergie in öffentlicher Hand plädieren. Betreiber, Versicherer und Entsorger wären dann wir alle, gemäß unserer kollektiven Klimaverantwortung.

These 5: Die Anti-Atom-Argumente sind entzaubert

Doch meldet sich auch die Anti-Atom-Bewegung in der Klimadebatte zu Wort, weil sie eine Renaissance der Kernenergie unter einem globalen Klimaschutzregime befürchtet. Atomgegner führen an, Kernenergie sei zu teuer, zu gefährlich und zu langsam, um eine legitime Klimaschutztechnologie sein zu können. Stimmt das?

Tatsächlich haben AKW-Neubauten weit höhere Errichtungskosten und -zeiten als etwa Windkraft oder Photovoltaik, doch sobald man Energiesysteme mit den EE-typischen Kosten für Netzstabilisierung, Backup und  Speicher betrachtet und die vergleichsweise kurzen Lebensdauern der EE-Anlagen betrachtet, schmilzt der Preisvorsprung der EE dahin. Dasselbe gilt für die Geschwindigkeit der CO2-Einsparung; auch hier entscheidet nicht die Bauzeit der Einzelanlagen, sondern die des Gesamtsystems. Die one-installation-fallacy, also die Verwechslung der Kosten und Bauzeiten von Einzelanlagen mit denen eines NetZero-Gesamtsystems, ist das Hauptcharakteristikum der heutigen Energiewende-Diskussion. Häufig werden die tatsächlich sehr niedrigen Stromgestehungskosten neuer PV- und Windkraftanlagen mit den Systemkosten der Energiewende gleichgesetzt. Aus diesem Fehlschluss ergibt sich die Diskrepanz, die jeder Bürger beim Empfang seiner neuesten Strompreiserhöhung wahrnimmt: Warum zahlen wir immer mehr für unseren Strom, obwohl EE konkurrenzlos billig sein sollen?

Meist überwiegt aber das reaktorsicherheitstechnische Argument das ökonomische: Kernenergie sei wegen ihres Unfallrisikos abzulehnen. Schauen wir uns also an, was die Wissenschaft zur Bilanz der Kernenergienutzung sagt. Selbst unter Berücksichtigung der Opfer von Atomunfällen liegen die globalen Opferzahlen der Kernenergie pro produzierter MWh auf Höhe der Windkraft oder Photovoltaik.  Dies deckt sich zwar nicht mit der Risikowahrnehmung von Atomkritikern, aber mit der statistischen Evidenz. Genauso verhält es sich mit Behauptungen, Niedrigstrahlung aus KKW-Normalbetrieb habe erhöhte Krebsraten in der umgebenden Bevölkerung zur Folge; diesbezügliche Publikationen sind entweder widerlegt worden oder stellten eine solche Behauptung gar nicht auf, obwohl Atomgegner sie immer wieder anführen. Hört man also auf die Evidenz, ist die Kernenergie keine Hoch-, sondern eine Niedrigrisikotechnologie.

Überdies ist zu bedenken, dass wir Deutschen nur über jene Anlagen entscheiden können, die im Geltungsbereich des Grundgesetzes stehen. Ausgerechnet diese Anlagen haben eine exzellente Sicherheitsbilanz; im Grunde büßen sie für Taten, die sich nicht begangen haben, die begehen zu können man ihnen aber unterstellte. Doch hätte eine deutsche Druckwassereaktor-Anlage in Fukushima gestanden, wäre der Unfall mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht geschehen. Deutsche Anlagen müssen für das 10.000jährige maximale Flutereignis ausgelegt sein, in Fukushima wurde nur das 100-ährige Ereignis zugrundegelegt. Daher gingen Groß-Tsunamis wider besseres historisches Wissen gar nicht in die Anlagenauslegung des KKW Fukushima Daiichi ein. Vitale Funktionen wie Notstromaggregate und Schaltanlagen wurden in nicht flutsicheren Kellergeschossen untergebracht, was der Anlage am 11. März 2011 dann auch den Hals brach. Deutsche KKW hingegen verfügen über doppelt ausgelegte Notstromsysteme in flutsicheren Gebäuden, Wasserstoff-Rekombinatoren und eine gefilterte Druckentlastung, d.h. selbst im Falle einer Kernschmelze wäre es hier nicht zu Wasserstoff-Explosionen und radioaktiver Freisetzung gekommen.

Der Uranabbau, der häufig mit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen in Verbindung gebracht wird, teilt dieses Problem mit den extraktiven Industrien für Lithium, Cobalt und Seltenerden, wichtigen Grundstoffen der EE-Industrie. Hier kann prinzipiell nur ein Lieferkettengesetz helfen: Uran kann auch in Kanada und Australien beschafft werden, wo Arbeitsschutz- und Umweltstandards hoch sind. Umgekehrt sollten PV-Panele nicht aus China angekauft werden, solange sie dort auch in Zwangsarbeitslagern montiert werden.

Die Lösung des Atommüllproblems ist derzeit auf vielversprechendem Wege: Finnland baut ein Endlager, Schweden hat bereits die Standortwahl abgeschlossen, und selbst in Deutschland hat mit dem Endlagerkonsens nun endlich der Findungsprozess eingesetzt. Jüngst hat der Forschungsrat der Europäischen Kommission in einem ausführlichen Bericht bestätigt, dass die tiefengeologische Lagerung von Atommüll bei Beachtung des Standes von Wissenschaft und Technik keine Schädigungen von Mensch und Ökosystemen erwarten lässt, die sie aus der EU-Taxonomie für klimafreundliche, nachhaltige Technologien ausschließbar macht.

These 6: Wir brauchen einen Plan

Ein möglicher Akutplan zur Erreichung der vom Verfassungsgericht aufgegebenen Klimaziele vor 2030 wäre machbar. Er müsste sowohl ein Atomausstiegs-Moratorium enthalten als auch eine EE-Ausbau-Offensive entlang machbarer Entwicklungspfade. Ich habe in einem Diskussionszusammenhang von Wissenschaftlern, Technikern und interessierten Bürgern, die sowohl aus dem Bereich EE also auch dem Bereich Kerntechnik stammen, einen solchen möglichen Plan diskutiert, der bald publiziert werden soll. Er schließt eine Dach-PV-Offensive, einen starken offshore- und mäßig starken onshore-Windkraft-Ausbau ein, verlässt sich aber weniger auf die ökologisch schädliche Biomasse und ergänzt mittelfristig die inländischen Bedarfe durch ein Engagement in Solarstrom –und Solar-Wasserstoff-Produktionsanlagen in den MENA-Ländern. Gleichzeitig erlaubt ein solcher Plan die Laufzeitverlängerung der bestehenden Kernkraftwerke und – im Falle, dass eine 10-Jahres-Evaluierung ergeben sollte, dass die EE absehbar keine Vollversorgung übernehmen können – die Errichtung neuer AKW.

These 7: Wir brauchen einen Kulturwandel

Ein solcher Akutplan wird seine Befürworter in einen Grundsatzkonflikt mit den Grünen und der Anti-Atom-Bewegung bringen, die ihre schwindende Bedeutung derzeit mit Trittbrettfahrerei bei der Klimabewegung zu kompensieren sucht. Die Grünen und die deutsche Klimabewegung huldigen je nach Ausrichtung einem Green-Growth-Kapitalismus oder einem Öko-Konservatismus mit Degrowth- und Lebensreform-Elementen. Würden Sozialdemokraten es auf sich nehmen, diesen Konflikt auszudiskutieren, täten sie es um den Gewinn einer Profilschärfung und einer Wiederwählbarkeit durch Schichten, die sich heute von der SPD abgewendet haben.

Was die Sozialdemokraten daran hindert, dies jetzt zu tun, ist die hierzulande dominierende Leitkultur der Atomangst, die sich seit Jahrzehnten bei den diskurs-produzierenden Akteuren und auch in breiten Bevölkerungsteilen etabliert hat.  Eine neue Medienstudie legt nahe, dass der Atomausstieg im Frühjahr 2011 von einer dezidiert antinuklearen Berichterstattung regelrecht herbeigeschrieben wurde. Wer den Atom-Elefanten zur Sprache bringt, wird schnell abgebügelt. Der Drops sei gelutscht und die Energie müsse jetzt „nach vorne“, nicht „rückwärts“ gewendet werden, ist das beliebteste der Argumente; wenn man sich das Argumentieren sparen möchte, was zunehmend der Fall ist, dann diffamiert man Kritiker der real existierenden Energiewende gleich als Miesmacher und Bedenkenträger,  immer häufiger auch  als „rechtsoffen“ oder „Pseudoexperten“, denen man gleich auch noch die „Klimaleugnung“ anhängt; so ist es der Autorin dieses Beitrags schon mehrmals ergangen.

Das hat den Vorteil, sich nicht mehr mit Tatsachen und Argumenten auseinandersetzen zu müssen. Schuldzuweisungen ersetzen Analysen – und schon ist CDU-Kanzlerkandidat Laschet mitverantwortlich für Hitzetote in Kanada, und Anti-Windkraft-Wutbürger werden als rechte Verschwörung entlarvt. Gerade die Grünen, die sich gerne in solchen Verdächtigungen ergehen, müssen sich eine gewisse Geschichtsvergessenheit vorwerfen lassen, verdanken sie ihren eigenen Aufstieg ja wesentlich dem lokalen Widerstand gegen Energieanlagen: Damals waren es die Atomkraftwerke.

Diese Strategie der Delegitimierung von Energiewende-Kritik war bis vor kurzem recht erfolgreich. Wer es sich irgendwie leisten konnte und einen Ruf zu verlieren hatte, hielt sich raus. Als einsame Mahner verblieben der Bundesrechnungshof, dessen Energiewende-Monitoring allen Beteiligten seit mehreren Jahren in Folge verheerende Zeugnisse ausstellt, und einige unabhängige, weil emeritierte Wissenschaftler sowie wenige Institutionen, deren nachdenklichere Berichte von der Regierung ignoriert werden. Doch dieser Trend scheint sich derzeit abzuschwächen. Immer mehr aktive Wissenschaftler, aber auch Journalisten verlassen die gewohnten Umlaufbahnen der Atomkritik und schauen über die Grenzen in Länder wie Finnland oder die Niederlande, wo ganz anders über Atomkraft diskutiert wird.

Wenn Sozialdemokraten heute von Kernkraft reden, dann hört sich das nicht anders an, als redeten die Grünen davon. Teuer, gefährlich, unbeherrschbar, Tschernobyl, Fukushima, Atommüll, das sind die Schlagwörter. Das blendet alle anderen Aspekte aus, wegen derer die Atomkraft einmal die Energietechnologie des Modells Deutschland unter Brandt und Schmidt wurde: Blauer Himmel über der Ruhr, regulierter Strommarkt und erschwinglicher Strom für alle.  Das auch von Sozialdemokraten errichtete niedersächsische KKW Grohnde, das jüngst zum wiederholten Male den Weltmeistertitel in Blockstromerzeugung holte, sparte in seiner Betriebszeit insgesamt 400 Millionen Tonnen CO2 ein – und half einige Tausend vorzeitige Todesfälle infolge Luftverschmutzung durch Stickoxide und Feinstaub zu verhindern. All diese Stoffe wären in die Atmosphäre gelangt, hätte man anstelle dieser Anlage ab 1977 ein Kohlekraftwerk gleicher Leistung errichtet. Doch Deutschland starrt auf 70 Castor-Behälter mit abgebrannten Brennelementen im Zwischenlager des Kraftwerks, als seien diese Abfälle das einzige Erbe dieser Anlage aus 40 Nutzungsjahren.

Heutige Entscheider sehen Energiepolitik noch viel zu oft als Nullsummenspiel. Die Kernenergie wird dann nicht als Partnerin, sondern als Konkurrentin der EE wahrgenommen, der ihnen Kapital und Fördergelder entziehen könnte. Daher wird an den angestaubten Böse-Stiefmutter-Mythen über die monströs teure und gefährliche Kernenergie weitergestrickt, während unangenehme historische Wahrheiten ausgeblendet werden. So haben gerade Atomgegner, insbesondere jene in der SPD und den Gewerkschaften, über Jahrzehnte die weit höheren Risiken und Opfer der Kohleverbrennung ignoriert und sie als „kleineres Übel“ akzeptiert. Nach Fukushima wurden im Bericht der Ethikkommission zum deutschen Atomausstieg „moderne“ Kohlekraftwerke und Gaskraft als im Vergleich zur Kernenergie ethischere Alternative bewertet. Unsere andauernde Abhängigkeit von den Fossilen geht also nicht nur aufs Konto von Politik und Industrie, sondern ist auch der deutschen Ökobewegung anzulasten.

Was wir also brauchen, ist ein Diskurs- und Kulturwandel, und Sozialdemokraten täten gut daran, ihn anzuführen. EE und Kernenergie sollten nicht als Antagonisten, sondern wie in anderen Ländern als Elemente einer integrierten und komplementären Klimastrategie wahrgenommen werden. Dazu gehört sowohl eine ehrliche historische Aufarbeitung der genannten Ambivalenzen im deutschen Umwelt- und Energiediskurs, die uns auf unseren Sonderweg führten. Dazu gehört auch das Eingeständnis, das es nicht zuletzt Staatsversagen war, das uns dahin brachte: Fehler wie die top-down-Entscheidung gegen die Bevölkerung bei der ersten Endlagersuche in Gorleben, aber auch der Atomausstieg ohne Faktengrundlage nach Fukushima. Die Potenziale und Nachteile sowohl der Kernenergie als auch der Erneuerbaren sollten sachlich-fachlich bewertet werden. Diese Diskussion verträgt weder Katastrophismus noch überschießende Zukunftsversprechen, wie sie in den 1960er Jahren für die Kernenergie gemacht wurden und wie sie heute den Diskurs rund um die Erneuerbaren Energien begleiten. Das Gebot der Stunde ist eine Rückkehr zur rigorosen Evidenzbasierung der Energiepolitik.

Dr. Anna Veronika Wendland ist Osteuropa- und Technikhistorikerin in Marburg. Für ihre Habilitationsschrift über die Kerntechnische Moderne hat sie viele Jahre in Kernkraftwerken geforscht. Wendland bloggt bei salonkolumnisten.com über Energie- und Klimafragen.

Quellen und Lesetipps:

Axel Bojanowski, Wie Medien Deutschlands Atomausstieg herbeischrieben, 11.03. 2021, https://www.welt.de/wissenschaft/plus227989215/Fukushima-Wie-Medien-Deutschlands-Atomausstieg-herbeischrieben.html

Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, Analyse Fukushima 2011. Vertiefende Analyse des Unfalls in Fukushima am 11. März 2011 unter besonderer Berücksichtigung der menschlichen und organisatorischen Faktoren, Brugg 2011, https://www.ensi.ch/de/wp-content/uploads/sites/2/2011/12/fukushima_analyse.pdf

European Commission, JRC Science for Policy Report, Technical assessment of nuclear energy with respect to the ‘do no significant harm’ criteria of Regulation (EU) 2020/852 (‘Taxonomy Regulation’), https://ec.europa.eu/info/sites/default/files/business_economy_euro/banking_and_finance/documents/210329-jrc-report-nuclear-energy-assessment_en.pdf

„German and Canadian reactors set new world records”, in: World Nuclear News, https://world-nuclear-news.org/Articles/German-Canadian-reactors-set-new-world-records

Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), Fukushima Daiichi 11. März 2011. Unfallablauf – Radiologische Folgen. 5. Aufl., Köln 2016, https://www.grs.de/5-jahre-fukushima

IPCC  – The Intergovernmental Panel on Climate Change: „Special Report: Global Warming of 1.5 °C“, Oktober 2018, Section C.2.2, Section 2.4.2.1, Section 4.3.1.3.

Nuklearia, Mehrheit der Deutschen will Kernkraft für den Klimaschutz, https://nuklearia.de/2021/06/16/umfragen-mehrheit-der-deutschen-will-kernkraft-fuer-den-klimaschutz-2/

Öko-Institut, Sicherheitstechnische Analyse und Risikobewertung einer Anwendung von SMR-Konzepten (Small Modular Reactors). Wissenschaftliches Gutachten im Auftrag des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), https://www.oeko.de/publikationen/p-details/sicherheitstechnische-analyse-und-risikobewertung-einer-anwendung-von-smr-konzepten-small-modular-reactors

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